Dezember 16, 2020

Keine Gemeinnützigkeit für eSport

Der Deutsche Olympische Sportbund hat ein Gutachten zu Rechtsfragen der Anerkennung von eSport als gemeinnützig in Auftrag gegeben und am 10. August 2019 das Ergebnis erhalten. Das Institut für Medienverantwortung und der Verein Mediengewalt – internationale Forschung begrüßen das kritische Gutachten von Prof. Dr. Peter Fischer und erneuern ihre Forderung, das für die IT Branche betriebene Lobbying innerhalb wie außerhalb des Bundestages endlich einzustellen.

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Dezember 16, 2020

Nachruf des Vereins

Wir trauern um den 1. Vorsitzenden unseres Vereins „Mediengewalt – Internationale Forschung und Beratung e.V.“ Dr. Werner H. Hopf, München. Er ist völlig unerwartet vor kurzem verstorben. Er war Gründungsmitglied unseres Vereins und treibende Kraft unseres Einsatzes für eine gewaltfreie und verantwortungsbewusste Medienlandschaft und für eine humane und prosoziale Medienerziehung. Bei seinem beharrlichen Einsatz für den Schutz von Kindern und Jugendlichen musste er beispielsweise von der Games-Lobby viele, teils sehr persönliche Anfeindungen und Frustrationen ertragen, denn Werner Hopf scheute sich nicht auch heiße Eisen anzufassen. Insbesondere die Auseinandersetzung mit einer bis heute verfehlten Medienpolitik prägten seine Anstrengungen.

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Juli 15, 2020

Kein Lockdown im Kinderzimmer – Grenzenloses Ego-Shooting: was tun?

Pressemitteilung von mediengewalt.eu von Dipl. Psych. Thomas Haudel und Dr. Rudolf Weiß, 7.5.2020

Ohne normalen Schulalltag, Kita, Sport und Freunde bleiben Kindern Computerspiele in höherem Ausmaß als je zuvor zum Zeitvertreib.
Offizielle Zahlen gibt es nicht, die gab es aber auch vor Corona nicht und das liegt in der Natur der Sachlage: Gewalthaltige Spiele sind für Minderjährige verboten.

Erschöpfte Eltern schaffen schlichtweg die zeitliche und inhaltliche Kontrolle über die Computerspiele ihrer Schützlinge kaum – dieser Eindruck entsteht in unzähligen Elterngesprächen seit dem Lockdown.

Was tun, wenn der Elfjährige die Gewalt-Spiele seines nicht einmal 18-jährigen Bruders spielt? Und wenn sich dann der Neunjährige dazugesellt? Wie mit der nötigen Energie pädagogisch angemessen reagieren, wenn die Eltern in der Coronakrise von einem Tag in den anderen purzeln, in der beengten Wohnung und angespannten Unsicherheit?

Es gibt etwas zu tun. Es gilt hin zu schauen: Was passiert aktuell in deutschen Kinderzimmern mit unseren Kindern und Jugendlichen, mit ihren Köpfen und Herzen, wenn sie den halben Tag virtuell Menschen und Monster abknallen?

Dazu schreibt Dr. med. Friederike Soldo, Fachärztin für Kinder – und Jugendpsychiatrie- und -psychotherapie: „Die geforderten Eltern brauchen hier Unterstützung, nicht schlichte Ermahnung und Belehrung. Mir ist in meiner langjährigen Praxis nicht ein einziger Elternteil begegnet, dem es völlig egal war, welche Spiele das Kind spielt. Mir haben allerdings unzählige Eltern anvertraut, dass sie ihren Sprösslingen letztlich nachgaben, wenn diese mit raffinierten Argumenten ihr vermeintliches Recht auf unbegrenztes Spielen einforderten“.
Auf diese Weise ist es zu erklären, wenn zwei Drittel der Jungen anonym in repräsentativen Befragungen in Schulen behaupteten, dass es ihren Eltern „eigentlich egal sei“ was sie spielen. Sie geben sich selbst einen Freibrief, mit 14 Jahren schon „Call of Duty – Modern Warfare “ oder „Grand Theft Auto V“ (GTA V) zu spielen, obwohl diese extrem violenten Computerspiele erst ab 18 Jahren freigegeben sind.

Aktuell durch die Coronabedingten Einschränkungen fallen den pfiffigen Kindern und Jugendlichen noch unzählige Argumente mehr ein, ihre Eltern in den Schwitzkasten zu nehmen. Die Erläuterungen, warum sie weiter und weiter spielen dürfen sollten, sind kurios und zahlreich.

„Wir alle, nicht nur Ministerien und Jugendämter, Pädagogen, nein, wir alle“, so Friederike Soldo weiter, „sollten wachsam sein, ehe ein junger Mensch auf eine der vielen Millionen Waffen in deutschen Haushalten zugreift, medial überstimuliert und real unterbeschäftigt, und digitale Übung in gewaltsame Taten umzusetzen plant.“

Der Philosoph Martin Buber lehrte uns, alles wirkliche Leben sei Begegnung. Wann haben wir zuletzt unsere Nachbarn persönlich und wohlwollend gefragt, wie es ihnen und den Kindern gehe? Wann haben wir zuletzt unser Nachbarskind gefragt, wie es ihm gehe, was es gern in der Freizeit tue, haben wir unser Interesse an den jungen Menschen gezeigt, ein schönes Gespräch angefangen über die guten Dinge des Lebens, oder auch die schwierigen? Oder haben wir aufgegeben, weil wir schon befürchten, Kinder und Jugendliche lebten ja bereits in der digitalen Welt?

Ein erster Schritt ist, mit den Familien, Kindern und Jugendlichen in die Kommunikation einzusteigen, sich für sie zu interessieren. Es wird für einige ein neues Erlebnis sein, dass sich jemand freundlich an sie wendet – ein Grund mehr, sich zu begegnen.

Zahlreiche Anregungen gibt es im Bundesministerium für Gesundheit und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Es stehen außerdem bundesweit kostenfreie Beratungsstellen zur Verfügung, an die Eltern sich auch in der Coronakrise telefonisch hinwenden können: https://eltern.bke-beratung.de/~run/views/wichtige-infos/beratungsstellensuche.html.

Gewaltspiele sind keine Lösung für die Unterbeschäftigung von Kindern.
Die Beratung der Familien zur angemessen Beschäftigung der Kinder sollte stets wertschätzend sein. Wir wollen Kinder und Eltern gewinnen, nicht durch rüde Belehrung verlieren.

Auf der Website des Vereins „Mediengewalt – Internationale Forschung und Beratung e.V.“ sind unter der Rubrik „Beratung“ eine ganze Reihe von praktisch umsetzbaren Hilfen für sowohl Eltern als auch Lehrer enthalten: www.mediengewalt.eu/Beratung.

Juni 26, 2020

Resolution des Vereins Sichtwechsel e.V. zum Problem der Mediatisierung von Kindheit

Die wissenschaftlich relevanten Forschungsergebnisse haben deutlich gemacht: In Bezug
auf das audiovisuelle Medienangebot in Deutschland muss dringend gehandelt werden, wenn
man der Verantwortung gegenüber den Heranwachsenden gerecht werden will.

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